1. Prophylaxe bei Schwangeren

Während der Schwangerschaft stellt sich der Hormonhaushalt der Frau um. Dies geht oft mit Veränderungen der Mundschleimhaut einher. In dieser Zeit sind optimale Mundhygiene und eine gesunde Ernährung besonders wichtig. Eine professionelle Zahnreinigung zu Beginn und am Ende der Schwangerschaft verbunden mit Tipps zur optimalen häuslichen Mundhygiene kann Ihnen helfen, Ihre eigenen Zähne zu erhalten. Dann verliert der Spruch: “Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn!“ seinen Schrecken.

Beim ungeborenen Kind werden bereits während der Schwangerschaft die Milchzähne und die ersten bleibenden Backenzähne angelegt. Deshalb braucht der Embryo besonders viel Calcium und andere Mineralien, die in die Zähne eingebaut werden. Wir beraten die werdende Mutter über die richtige Ernährung und darüber, was beim Neugeborenen zu beachten ist. Außerdem unterstützen wir sie bei der optimalen Mundhygiene, damit es nicht zu einer Keimübertragung auf das Kind kommt.

 

2. Prophylaxe bei Säuglingen und Kleinkindern

 

Bereits bei Säuglingen muss man an die Vorbeugung von Zahnschäden denken. Auch wenn sie noch keine Zähne im Mund haben, werden bereits jetzt die bleibenden Zähne im Kiefer gebildet. Deshalb sind die richtige Ernährung, sowie gezielte Gaben von Fluoriden und Calcium von besonderer Wichtigkeit. Darüber können Sie sich bei unserem Fachpersonal ausführlich beraten lassen. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Frau Beutler.

Sind die ersten Milchzähne vorhanden, sollte mit der Zahnpflege begonnen werden. Natürlich ist das in diesem Alter noch Aufgabe der Eltern. Auch dabei können Sie sich bei uns fachgerecht anleiten lassen. Mit ca. 2 Jahren sollten Sie Ihr Kind einmal zur Vorsorgeuntersuchung mitbringen. Meist sind in diesem Alter noch alle Zähne in Ordnung und das Kind kann die zahnärztlichen Instrumente spielerisch und ohne Angst kennen lernen. Das ist besonders wichtig, um ein Vertrauensverhältnis zum Kind aufbauen zu können.

 

3. Prophylaxe bei Vorschulkindern

Die meisten Kinder naschen gern Süßes. Aber Zucker ist der Feind Nummer 1 für unsere Zähne. Deshalb sind in diesem Alter halbjährliche Vorsorgeuntersuchungen der Zähne ganz besonders wichtig, um eventuelle Schäden so früh wie möglich zu erkennen und zu behandeln.

In diesem Alter kann das Kind schon einen Teil der Zahnpflege selbst übernehmen. Es braucht dazu die richtige Anleitung und regelmäßige Kontrollen bzw. Hilfe beim Reinigen der Zähne. Diese Anleitung können Sie und Ihr Kind bei uns bekommen.

 

4. Prophylaxe bei Schulkindern und Jugendlichen

Mit dem Beginn der Schulzeit beginnt auch bei den meisten Kindern der Zahnwechsel. Oft werden die ersten bleibenden Backenzähne übersehen, weil sie unbemerkt wachsen, ohne dass ein Milchzahn ausfällt. Diese Zähne haben aber eine sehr wichtige Kaufunktion und sollten deshalb unbedingt kariesfrei gehalten werden. Das ist heute durch gezielte Prophylaxemaßnahmen möglich.

Im Alter von 6 Jahren beginnt die von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusste Individualprophylaxe. Hierbei werden die Kinder altersgerecht über die Entstehung von Karies und Parodontalerkrankungen aufgeklärt und ihnen wird die richtige Putztechnik beigebracht. Da Kinder leicht vergesslich sind, werden die Aufklärung und die Putzübungen regelmäßig wiederholt.

Um die bleibenden Backenzähne kariesfrei zu halten, können die so genannten Fissuren ( das sind die Rillen und Furchen auf den Kauflächen der Backenzähne ) versiegelt werden. Außerdem werden die Zähne regelmäßig fluoridiert, um den Zahnschmelz zu festigen.

Aber Prophylaxe kann mehr, als die gesetzlichen Krankenkassen für ausreichend und wirtschaftlich halten. Es lässt sich das Kariesrisiko Ihrer Kinder bestimmen und anhand des Risikos eine gezielte individuelle Betreuung durchführen. Damit kann man besonders Kindern mit hohem Kariesrisiko helfen, ihre Zähne wirklich gesund zu erhalten.

 

5. Prophylaxe bei gesunden Erwachsenen

Der Gesetzgeber meint, mit 18 Jahren gehört Vorbeugung von Zahnschäden nicht mehr zur medizinisch notwendigen Behandlung und hat die Prophylaxe deshalb nicht in den Leistungkatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Für viele Jugendliche ist damit leider auch die jahrelange individuelle Betreuung beendet, oftmals mit der Folge, dass die eigene Mundhygiene langsam an Intensität verliert. Die Folge davon sind dann beginnende kariöse Stellen und Zahnfleischentzündungen. Um dies zu vermeiden, sollten sich auch gesunde Erwachsene den "Luxus" der individuellen Betreuung und professionellen Zahnreinigung gönnen. Wenn noch keine Schäden vorhanden sind und ein geringes Kariesrisiko vorherrscht, reicht in der Regel eine Intensivreinigung ein- bis zweimal jährlich.

Durch regelmäßige Professionelle Zahnreinigung, Fluoridierung, gesunde Ernährung und optimale häusliche Mundhygiene lassen sich bakteriell bedingte Zahnschäden (Karies und Parodontitis) sicher vermeiden.

Einige Betriebskrankenkassen haben die Wichtigkeit der Individualprophylaxe inzwischen erkannt und geben einen Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung

 

 

 

6. Prophylaxe bei Risikopatienten

Die heute erwachsene Bevölkerung hatte leider nicht die Möglichkeiten der individuellen Betreuung im Kindes- und Jugendalter. Oftmals ging man nur bei Schmerzen zum Zahnarzt, dann wurde eine schmerzhafte Behandlung durchgeführt und man ging aus Furcht wieder nicht hin, bis es wieder schlimm wurde. So gingen nach und nach die Zähne verloren und es ist nun Zahnersatz nötig. Um einen hochwertigen, ästhetischen Ersatz auf die noch vorhandenen Zähne anfertigen zu können, müssen die Zähne und der Zahnhalteapparat gesund sein und auf Dauer gesund erhalten werden. Dafür sind eine intensive Aufklärung, regelmäßige professionelle Zahnreinigung und Anleitung zur optimalen häuslichen Pflege dringend notwendig.

Viele Patienten sind ihr Leben lang regelmäßig zum Zahnarzt gegangen und immer musste "gebohrt" werden. Aber dass Karies kein Schicksal ist und man etwas zu Vorbeugung tun kann, hat ihnen niemand gesagt. Heute weiß man gut über die Ursachen von Karies Bescheid und auch einem Patienten mit sehr hohem Kariesrisiko kann geholfen werden. Durch optimale Füllungs- und Kronengestaltung, intensive Aufklärung, regelmäßige professionelle Zahnreinigung in individuell angepassten Intervallen, Fluoridierungen und Anleitung zur optimalen häuslichen Mundhygiene lässt sich das Kariesrisiko minimieren bzw. die Karies zum Stillstand bringen.

Eine andere Gruppe von Patienten hatte vielleicht viele Jahre keine erkennbaren Probleme mit den Zähnen und plötzlich werden einzelne Zähne locker oder es entsteht ein unangenehmer Mundgeruch. Hier liegt die Ursache in einer Parodontalerkrankung ( Erkrankung des Zahnhalteapparates ). Auch dafür sind Bakterien ursächlich verantwortlich. Patienten mit fortgeschrittenen Parodontalerkrankungen benötigen eine sehr intensive Betreuung. Wichtig sind eine geschulte Anleitung zur optimalen häuslichen Mundhygiene und eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung in kurzen Intervallen. Nur so lässt sich die Krankheit eindämmen und der Zahnbestand auf lange Sicht erhalten.

Wenn Sie zu einer der oben genannten Gruppen von Patienten gehören, oder mehrere Merkmale auf Sie zutreffen, sollten Sie sich dringend zu einem Beratungstermin anmelden, damit die bereits vorhandenen Schäden nicht größer werden und Sie Ihre eigenen Zähne möglichst lange gesund erhalten können.

Prophylaxe dient der Vorbeugung der Zahn- und Zahnfleischerkrankung.
Sie umfasst die Aufklärung und natürlich eine professionelle Zahnreinigung.
Wichtig dabei ist Ihre Mitarbeit zu Hause.
Denken Sie daran, was heute gepflegt wird, braucht morgen keinen Ersatz.